Kanton St.Gallen: Autodiebe im Visier – Polizei startet Präventionsoffensive
Autogaragen geraten in der ganzen Schweiz zunehmend ins Visier von ausländischen Fahrzeugdieben.
Nach einer messbaren Zunahme seit dem Jahreswechsel ist dieses Deliktsphänomen auch im Kanton St.Gallen verstärkt feststellbar. Trotz regelmässiger Festnahmen bleibt die Zahl der Delikte hoch. Deshalb verstärkt die Kantonspolizei St.Gallen ihre Massnahmen und startet eine gezielte Prävention.
Das Vorgehen der Täter ist immer dasselbe. Sie suchen gezielt Automobil- oder Garagenbetriebe auf, brechen dort ein und entwenden mit den vorgefundenen Fahrzeugschlüsseln Autos des oberen Preissegments. Gemäss den aktuellen Erkenntnissen reisen die Täter aus Frankreich in die Schweiz ein und flüchten nach den Delikten mit den gestohlenen Autos wieder dorthin zurück.
Bei den festgestellten Tatverdächtigen handelt es sich mehrheitlich um junge Männer. Sie werden auf Social Media angeworben und mit Geldbeträgen als Belohnung motiviert. Die Deliktssumme beläuft sich in der ganzen Schweiz auf mehrere Millionen Franken.
Allein seit Jahresbeginn 2026 ereigneten sich im Kanton St.Gallen im Zusammenhang mit diesem Deliktsphänomen 36 Einbruchdiebstähle. Dabei kam es bislang zu 28 Festnahmen, wovon die meisten durch die Kantonspolizei St.Gallen direkt nach der Tat erfolgten. In einigen Fällen konnten Tatverdächtige dank der Unterstützung benachbarter Polizeikorps oder in Zusammenarbeit mit ausländischen Behörden festgenommen werden.
Die Festnahmen sind unter anderem auf Fahndungs- und Patrouillentätigkeit, verstärkte Ermittlungsarbeit sowie Hinweise aus der Bevölkerung zurückzuführen. Dennoch bleibt die Zahl der Delikte hoch. Deshalb verstärkt die Kantonspolizei St.Gallen ihre Massnahmen und startet eine gezielte Prävention.
Im Zentrum der Prävention steht eine einfache, aber entscheidende Botschaft: Nur wenn Fahrzeugschlüssel und Wertsachen konsequent gesichert aufbewahrt werden, kann das Risiko erfolgreicher Fahrzeugdiebstähle wirksam reduziert werden. Um diese Botschaft zu platzieren, steht die Kantonspolizei St.Gallen mit mehreren hundert Garagen im direkten Kontakt und sensibilisiert diese für konkrete Schutzmassnahmen.
Die Kampagne richtet sich auch an die potenziellen Täter. Mit gezielt an den Garagenbetrieben angebrachten Plakaten wird ihnen mitgeteilt, dass sich ein Einbruch nicht lohnt, weil weder Fahrzeugschlüssel noch Wertsachen zugänglich aufbewahrt werden. Stellt die Täterschaft wiederholt fest, dass trotz attraktiver Fahrzeuge keine Schlüssel auffindbar sind, sinkt der Anreiz für weitere Einbrüche. Damit sollen nicht nur die Autodiebstähle verhindert, sondern auch die Einbrüche in die Garagenbetriebe sowie damit verbundene Sachschäden und Aufwände für die Garagisten reduziert werden.
Zentral ist die Mitwirkung der Automobil- und Garagenbetriebe: Nur wenn die Autoschlüssel, Wertsachen und Fahrzeugpapiere tatsächlich sicher aufbewahrt sind, sollen die Plakate angebracht werden. Ausserhalb der Öffnungszeiten sollen die Schlüssel nicht in der Garage sein. Auch nicht in Kleintresoren oder Schlüsselkästen, welche aufgebrochen werden können.
Das Plakat ist bewusst ähnlich wie die Anwerbungen in den Sozialen Medien gestaltet. Es soll den potenziellen Einbrechern direkt ins Auge fallen, wenn sie vor einer Garage stehen. Die Plakate sprechen die Täter direkt in französischer Sprache an und setzen der Botschaft der Hintermänner gezielt eine Botschaft der Kantonspolizei St.Gallen entgegen: Es hat zwar schöne Autos im Betrieb, aber keine Autoschlüssel und keine Wertsachen. Ein Einbruch lohnt sich nicht.
Die Kantonspolizei St.Gallen setzt auf eine einfache und rasch umsetzbare Präventionsoffensive, um Autodiebstähle nachhaltig zu senken.
Parallel dazu führt die Kantonspolizei St.Gallen die umfangreichen Ermittlungen zu diesem Deliktsphänomen sowie die gezielte nächtliche Präsenz und Patrouillentätigkeit im Umfeld von Garagenbetrieben konsequent fort.
Quelle: Kantonspolizei St. Gallen
Bildquelle: Kantonspolizei St. Gallen
